Christoph Blocher
Um bei einem Absturz der UBS die Gefahr für die Schweizer Volkswirtschaft zu reduzieren, sollen bei systemrelevanten Banken die ausländischen Tochtergesellschaften künftig vollständig mit hartem Eigenkapital unterlegt sein. Die Eigenkapitalunterlegung mag gut gemeint sein, aber sie verhindert «too big to fail» nicht, auch wenn die schweizerischen USA-Banken die Hauptursache für die Schweizer Bankenkrise waren. Vielleicht wird eine solche Bank etwas sicherer, aber sie wird auch weniger konkurrenzfähig.
Die CS durfte auch nicht fallen gelassen werden, weil die USA mahnten: «Wenn die CS untergeht, dann wird sie das Weltwährungssystem mitreissen». Also «too big to fail» nicht nur für die schweizerische Volkswirtschaft, sondern auch für das Weltwährungssystem. Und damit zu gross für die kleine Schweiz beziehungsweise die schweizerischen Steuerzahler. Mit der heute gut geführten UBS ist das Risiko noch grösser, denn sie baut zu den USA auch eigene Bankhäuser in Asien auf. Daher sollten für Schweizer Banken, die «too big to fail» sind, eigene Ausland-Banken verboten sein.
So darf auch die Zürcher Kantonalbank keine ausländische Tochtergesellschaft haben. Seither gilt sie als gesunde Bank.
Dasselbe habe ich 2005 im Bundesrat bei der Swisscom verlangt, welche die irische Eircom kaufen wollte. Zum Glück hat man ihr das verboten: Eircom ging später mit einer hohen Überschuldung in Konkurs.
Die Migros hat ebenfalls ihre Erfahrungen gemacht. Bei der Abstimmung über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) kämpfte CEO Eugen Hunziker für den Beitritt. Nach dem Nein kaufte er aus Zorn die Familia-Filialen in Österreich – und verlor 1993 bis 1995 prompt Hunderte von Millionen. Nein, man muss trennen, was nicht zusammengehört!
E gfreuti Wuche.
Christoph Blocher