16.04.2026 07:54
Floorballer lassen das Tellenfeld beben
Am Sonntag, 12. April, fand in der Sporthalle Tellenfeld in Amriswil das vierte Spiel der Unihockey Halbfinal-Serie zwischen Floorball Thurgau und Zug United statt. In einem höchst unterhaltsamen Spiel machten die beiden ebenbürtigen Teams beste Werbung für den Sport und den nicht gewohnten Austragungsort.
Amriswil Floorball Thurgau scheint definitiv in seiner temporären Wahlheimat in Amriswil angekommen zu sein. Denn in einem Spiel auf Messers Schneide gelang es der jungen Thurgauer Mannschaft am Sonntagnachmittag das erste Mal, den amtierenden Meister aus Zug in der Best-of-Seven-Serie zu schlagen. Nach drei Niederlagen gegen Zug United – zweimal auswärts und am Ostermontag im Tellenfeld – war es wohl auch der Bombenstimmung in der Halle zu verdanken, dass die Heimmannschaft letztendlich als Sieger vom Platz ging.
Spannung bis zum Schluss
Schon während des Einwärmens der beiden Teams zeigte sich, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Verfolgen eines Unihockeyspiels noch näher am Geschehen sind als während der Spiele von Volley Amriswil, der Hausherren im Tellenfeld. Vor allem das Einschiessen des Torhüters verwandelte die Sitzplätze direkt hinter dem Tor in eine Gefahrenzone, wie ein Fan einem kurzzeitig Geflüchteten mitteilte: «Ihr sitzt gefährlich da hinten! Bei uns sind dafür die Zuger Fans etwas nahe.»
Der temporäre Umzug von der gewohnten Heimstätte in der «Pauli» in Weinfelden ins Tellenfeld hat sich aber mit Sicherheit gelohnt. Denn 1092 Fans sorgen garantiert für mehr Lautstärke und Stimmung, als es die gewohnten 440 an den Heimspielen in Weinfelden tun. Dementsprechend gut und laut war die Stimmung schon vor Anpfiff und wurde im Laufe der Partie immer besser. Denn die beiden Teams schenkten sich nichts und kämpften um jeden Ball. Und dies häufig mit so viel Körpereinsatz, dass das Schiedsrichtergespann während des ganzen Spiels alle Hände voll zu tun hatte.
Während im ersten Drittel Floorball Thurgau leichte Vorteile verzeichnete, waren es im zweiten die Zuger, die das Thurgauer Tor mehr beackerten. Und da das dritte Drittel ziemlich ausgeglichen war, konnte es als logische Folge angesehen werden, dass das Resultat nach der regulären Spielzeit 2 zu 2 hiess.
Die zehnminütige Verlängerung war für Floorball Thurgau dann ein Showlaufen, das trotz Dauerdrucks nicht belohnt wurde. Zumindest nicht durch Tore, aber mit Sicherheit durchs Publikum. Denn die letzten Minuten der Verlängerung dürften viele Spieler wie im Rausch erlebt haben, sorgte doch das Publikum mit Standing Ovations und Dauergesang für mächtig Gänsehautstimmung. Und als dann der finnische Weltmeister-Goalie Oskari Fälden, der absolut verdient zum «Man of the Match» gewählt wurde, den letzten Penalty der Zuger parierte und so die hochspannende Partie für die Heimmannschaft entschied, fing das Tellenfeld tatsächlich an zu beben.
Eine Kombination für die Zukunft
Ob die Playoff-Reise von Floorball Thurgau morgen im Tellenfeld noch ein weiteres Kapitel erhalten wird oder nicht, steht zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen noch nicht fest, da das Resultat beim gestrigen Auswärtsspiel darüber entscheidet. Dass Floorball Thurgau in den kommenden Jahren wieder eine gewichtige Rolle in den Unihockey-Playoffs spielen wird, wäre jedoch alles andere als eine Überraschung. Insbesondere wenn die Unterstützung während der Playoffspiele wieder von mehr als 1000 Fans kommen wird, ist dem Team einiges zuzutrauen in den kommenden Jahren. Die meisten der Besucherinnen und Besucher des Sonntagspiels würden auf alle Fälle wieder ins Tellenfeld reisen, würde sich die Gelegenheit bieten. Denn wer bis anhin kein Fan war, der ist mit Sicherheit einer geworden. Ob dies wegen des Sports, des Teams, der Spannung, der Stimmung oder allen Faktoren zusammen geschehen ist, spielt keine Rolle. Doch niemandem würde es nach einem Spiel wie am Sonntag, das alles zu bieten hatte und darum beste Werbung für das Unihockey war, in den Sinn kommen, auf ein ähnliches Erlebnis in unmittelbarer Nähe und zu einem erschwinglichen Preis freiwillig zu verzichten.
www.floorball-thurgau.ch
Von David A. Giger