02.04.2026 08:52
Gesundheit, Freude und Einfachheit
An der 108. GV der Arbeitgebervereinigung Region Arbon war der wichtigste Punkt auf der Traktandenliste ein Wechsel an der Spitze des Verbandes: Nach 14 Jahren übergab Dennis Reichardt das Amt des Präsidenten an Lukas Gmür.
Arbon Während die meisten Punkte auf der Traktandenliste von Dennis Reichardt schnell abgearbeitet waren, dauerte der Rückblick etwas länger. Denn da er selbst keine Zeit für einen ausführlichen Rückblick gehabt habe, würde sein auf Leinwand projiziertes «Digitales Ich» auf die Höhepunkte seiner 14-jährigen Präsidentschaft zurückblicken. Vor der Stabsübergabe an Lukas Gmür richtete er dann doch auch noch ein paar Worte persönlich an die Versammlung: «Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht. Denn wir sind mehr als ein Verband – wir sind ein Netzwerk von Unternehmern, die Verantwortung übernehmen.»
GV mit Unterhaltungswert
Die GV der AVA Region Arbon sollte auch dieses Jahr kein langweiliger Pflichttermin für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sein, weshalb die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Kommwerk AG stattfand, wo Einblick in den Alltag einer Marketing Agentur gewährt wurde. Höhepunkt der Veranstaltung war jedoch der Vortrag von Michael Schiendorfer, dem Manager von Marco Odermatt.
Es ist noch keine zwei Wochen her, dass Marco Odermatt zum fünften Mal in Folge die grosse Kristallkugel für den Gewinn des Gesamtweltcups in Empfang nehmen konnte. Und am vergangenen Wochenende wurde er ebenfalls zum fünften Mal in Folge zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Marco Odermatt ist jedoch nicht nur der beste Skifahrer der Gegenwart, sondern auch ein Sympathieträger sondergleichen und ein Aushängeschild für seinen Sport und seine Heimat. Dass dies so ist, verdankt er mitunter seinem langjährigen Manager Michael Schiendorfer, der mehrheitlich im Hintergrund waltet und dafür sorgt, dass keine Hindernisse im Alltag seinen Schützling von Topleistungen abhalten: «Der sportliche Erfolg ist die notwendige Bedingung zur Markenbildung bei einem Sportler. Hinzu kommen als hinreichende Bedingung Attribute wie Sympathie oder das Aussehen – Marco Odermatt erfüllt all diese Kriterien.»
Ein Teamsport
Obwohl Skifahren eine Einzelsportart ist, steht hinter einem erfolgreichen Athleten immer auch ein starkes Team. Für dieses ist im Falle von Marco Odermatt die Kommunikationsagentur Abrogans von Michael Schiendorfer verantwortlich. «Man braucht ein grosses Netzwerk, um erfolgreich zu sein. Darum bin ich extrem froh, dass ich ganz viele gute Menschen um mich herum habe, die mir helfen», erklärt der Sportmanager. Zu diesen gehöre zum Beispiel der Servicemann, der von Oktober bis März gerade einmal zwei Tage zu Hause verbringen konnte. Und dass solcher Einsatz nicht als etwas Selbstverständliches angesehen werde, dafür setze sein Team und er sich tagtäglich ein: «Ich höre jenen Menschen zu, die wirklich mit dem Herzen an der Arbeit sind.»
Dieses Zuhören sei im Fall von Marco Odermatt jedoch gar nicht immer so einfach gewesen: «Ich habe ihn am Anfang kaum verstanden. Mittlerweile klappt das und sein 'Nidwaldnerisch' ist zu einem Markenzeichen geworden, das wir aus Werbespots kennen.»
Dass es im Team von Marco Odermatt trotz ganz vieler Projekte so harmonisch zu und her geht, liegt wohl auch daran, dass drei Schlagworte immer Priorität geschenkt wird. «Gesundheit, Freude und Einfachheit sind wichtig. Denn wir wollen mit den Leuten langfristig zusammenarbeiten.» Deshalb werde auch immer sehr gut darauf geschaut, wer neu ins Team komme – sei dies ein Mitarbeiter oder ein Sponsor.
Phänomen Odermatt
Diese Disziplin werde jedoch auch von Marco Odermatt vorgelebt. So habe er anhand der Excel-Tabellen von Walti Odermatt, der stets Buch über die Trainings seines Sohnes führe, errechnet, dass Marco 27 Prozent seines Lebens auf den Ski verbrachte: «Es gibt keinen Tag, an dem Marco nicht trainiert.» Und auch sonst sei Marco Odermatt ein Perfektionist. Ein extremes Beispiel sei das Wäschemachen – denn dies mache er nicht nur im Werbespot, sondern auch während seiner kurzen Pausen zu Hause: «Für ihn ist es wichtig, dass er Wäsche und E-Mails erledigt. Dann kann er danach unbelastet die Zeit mit Freundin, Familie und Freunden verbringen.»
Von David A. Giger