Grossratspräsident Felix Meier gratuliert im Beisein von Matthias Hotz, Präsident der Emil-Halter-Stiftung, Kanufahrer Maurus Züllig, Seglerinnen Liv Wicky und Malena Rüegge sowie Snowboarder Jonas Hasler (vl). ⋌dag
05.11.2026 08:16
Talente soll man fördern
Am Samstag, 31. Oktober, wurde im Kanu-Club Romanshorn der diesjährige Spezialpreis der Emil-Halter-Stiftung für Jugendförderung im Thurgau an vier junge Thurgauer Sportlerinnen und Sportler verliehen. Die zwei Seglerinnen, der Kanufahrer und der Snowboarder gaben an der Feier zu verstehen, dass sie alle hochgesteckte Ziele für die Zukunft haben.
Romanshorn Die zwei jungen Thurgauer Sportlerinnen und zwei Sportler hätten alle einen beeindruckenden Leistungsausweis, weshalb sich der Stiftungsrat der Emil-Halter-Stiftung entschieden habe, ihnen den jeweils mit 2000 Franken dotierten Spezialpreis zu vergeben, erklärte Stiftungspräsident Matthias Hotz zu Beginn der Feier: «Wir wollen hier in kleinem Rahmen die Vergabe unseres Spezialpreises feiern, der eine Anerkennung der bisherigen Leistung und eine Unterstützung für die Zukunft sein soll.»
Die «Stiftung für Jugendförderung im Thurgau» sei im Jahr 2000 von Emil Halter zu seinem 75. Geburtstag gegründet worden. Nach seinem Tod im Jahr 2022 sei die Stiftung in «Emil-Halter-Stiftung für Jugendförderung im Thurgau» umbenannt worden, jedoch seien die Ziele die gleichen geblieben, sagte Matthias Hotz: «Der Zweck der Stiftung ist es, hervorragende Leistungen und einzigartige Projekte im Thurgau im Sport, in der Bildung und in Kunst und Kultur auszuzeichnen.» Dies geschehe nicht nur durch den Spezialpreis, sondern würden jedes Jahr jeweils auch die besten Maturitäts- und Vertiefungsarbeiten der Berufsschulen im Kanton prämiert werden.
Zeitmanagement ist alles
Als erster wurden die Leistungen von Gastgeber Maurus Züllig vom Kanu-Club Romanshorn gewürdigt. Laudator Bernhard Friedrich meinte, dass sich dies einfach gehöre: «Er hat einen so tollen Leistungsausweis, dass wir ihn einfach prämieren müssen.»
Maurus Zülig nannte dann in seiner Ansprache den Kanu-Club seine zweite Heimat und blickte zurück auf 13 Jahre Kanu-Rennsport. Und er erzählte von seinen Erfahrungen, die er jüngst bei einem Wettkampf beim gemeinsamen Start mit 547 anderen Athleten machen durfte: «Die erste WM auf dem Meer war atemberaubend.» Darum sehe er seine Zukunft vor allem in Kanu-Marathons und Ocean Racings. Und als er ankündigte, bald auch vom Vizepräsidenten zum Präsidenten des Kanu-Clubs zu werden, fragte Bernhard Friedrich, was denn das Geheimnis seines Zeitmanagements sei, um so viele Dinge mit Elan und Leidenschaft in Angriff zu nehmen. «Du musst einfach früh aufwachen und spät schlafen gehen», meinte Maurus Züllig mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
Der grosse Traum Olympia
Die Seglerinnen Malena Rüegge aus Altnau und Liv Wicki aus Romanshorn wurden von Laudator Walter Guntersweiler gerühmt. Dieser machte sogleich auf einen Umstand aufmerksam, der doch überraschte: «Ihr wart zuerst Konkurrentinnen. Doch als ihr euch zusammengeschlossen habt, ist die Konkurrenz nicht mehr mitgekommen.»
Die beiden Seglerinnen erzählten von ihrem Umstieg auf die olympische Bootsklasse 49er FX und wie viel Fitness und Geschick von ihnen gefordert wird. Und sie machten auch keinen Hehl daraus, dass sie mit den hohen Erwartungen an sie noch etwas zu kämpfen haben. «Wenn die Erwartungen gross sind, dann kommen wir noch nicht so richtig in unseren Flow, unseren Rhythmus», meinte Liv Wicki.
Und auch ihre Teamkollegin Malena Rüegge glaubt, dass die Zusammenarbeit mit der Sportpsychologin von Swiss Sailing ihnen gut tuen werde: «Denn wenn wir uns ein Ziel setzen, dann kommt es meistens nicht so gut». Darum ist für die beiden auch nicht Olympia in zwei Jahren in LA das grosse Ziel, sondern sie haben sich erst für Brisbane 2032 Grosses vorgenommen.
Motivation jenseits des Sports
Als Letztes wurde der Ottoberger Snowboarder Jonas Hasler vorgestellt. Laudatorin Daniela Zuber hob hervor, dass es aussergewöhnlich ist, dass man sich mit 20 Jahren schon international einen Namen machen konnte. Und sie wollte wissen, was nebst den Eltern, die beide ebenfalls Snowboard fuhren, aus einem Unterländer einen Snowboardfahrer machte. «Ich war zuerst auf den Skis unterwegs und wollte nichts von Snowboarden wissen. Doch mit sieben Jahren hat mich ein Snowboarder wissen lassen, dass ich mit den Skis niemals eine Freundin finden werde», erzählte Jonas Hasler. Und da er dies damals sehr ernst genommen habe, sei er umgehend umgesattelt und habe den Entscheid nicht bereut.
Und er blickte auch auf Cortina 2026 zurück und ordnete das Grossereignis ein: «Olympia ist der Traum von den meisten Sportlern. Dass ich dies schon mit 19 Jahren erleben durfte, ist die Erfüllung eines Traums.» Doch das nächste Ziel sei nun einmal das Erklimmen eines Podests und vor allem weiterhin mit Freude unterwegs zu sein: «Das Wichtigste ist, dass ich bei meinen Läufen meinen Spass am Snowboardfahren zeigen kann.»
Das Vergnügen, den Spezialpreis an die vier jungen Athletinnen und Athleten zu übergeben, fiel schliesslich in die Hände des höchsten Thurgauers, Grossratspräsident Felix Meier. Und Gastgeber Maurus Züllig liess es sich dann auch nicht nehmen, die versammelten Gäste durch sein zweites Zuhause zu führen.
Von David A. Giger