Heinz Böni aus Uttwil ist passionierter Hobbyfotograf und Präsident des Fototeams Romanshorn.
16.04.2026 07:51
Jubilierende Hobbyfotografen
Dieses Jahr feiert das Fototeam Romanshorn sein 70-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat sich der ehemalige «Fotoclub» nicht nur einen neuen Namen gegeben, sondern seine Mitglieder wollen auch ihre Leidenschaft fürs Fotografieren mit der Bevölkerung teilen. Dies tun sie mit einer öffentlichen Foto-Challenge und einem Jubiläumswochenende, erzählt Vereinspräsident Heinz Böni.
Romanshorn Um das Jubiläum nicht nur in den eigenen Reihen zu feiern, hat sich das Fototeam schon im Vorfeld des Jubiläumswochenendes vom 23. bis 25. Oktober einiges vorgenommen, erklärt Heinz Böni aus Uttwil: «Es sind zwei Aktionen geplant: Eine öffentliche Foto-Challenge zu den Themen 'Stimmungen am Bodensee' und 'In Bewegung' sowie eine Fototour entlang verschiedener Schaufenster von Romanshorner Fachgeschäften.» Bei der Fotochallenge kann jedermann mitmache. Ob Profifotografin oder Handy-Knipser spielt keine Rolle – was zählt, sind nur die Bilder, die mit Licht gezeichnet wurden.
Lichtzeichnungen
Der Begriff Fotografie stammt aus dem Griechischen und heisst wörtlich übersetzt so viel wie «Zeichnen mit Licht» oder «Aufzeichnung mittels Licht». Wie genau der Prozess des Festhaltens des Lichts vonstatten gehen soll, ist nicht teil der Definition, weshalb auch das Fototeam Romanshorn nur wenige Regeln für seine diesen Mai startende Jubiläums-Fotochallenge hat. «Der Wettbewerb ist öffentlich, somit kann auch jemand aus Basel mitmachen. Die besten sechs Fotos jeder Kategorie werden prämiert, auf Alu-Dibond ausgedruckt und an unserem am Jubiläumsanlass im Oktober ausgestellt», erklärt Heinz Böni, der Präsident des Fototeams Romanshorn.
Einige Einschränkungen gibt es dennoch. So darf für die Kategorien «Stimmungen am Bodensee» und «In Bewegung» jeweils nur ein Foto pro Fotograf eingereicht werden und Vereinsmitglieder dürfen für einmal nicht selbst an der Challenge teilnehmen, sagt Heinz Böni: «Wir veranstalten bei uns im Verein immer wieder Fotochallenges zu bestimmten Themen, bei denen man mitmachen kann, aber nicht muss. Und wir gehören auch zur EFFVAS, die ebenfalls immer wieder Wettbewerbe durchführt.»
Was die Eisenbahnmit Fotografie zu tun hat
EFFVAS steht für «Eisenbahner Foto-, Film- und Videoamateure der Schweiz». Der auf neun Sektionen zwischen dem Wallis und dem Bodensee verteilte Verein zählt rund 270 Mitglieder, die sich intensiv mit den Hobbys Fotografieren und Filmen beschäftigen. Was der Verein mit Eisenbahn zu tun hat, weiss Heinz Böni: «Vor 70 Jahren ist in Romanshorn unser Fotoclub entstanden und seine Entstehungsgeschichte hängt eng mit der SBB zusammen. Denn wie an vielen anderen Eisenbahn-Verkehrsknotenpunkten in der ganzen Schweiz hat die SBB nicht nur die Gründung initiiert, sondern auch viele Jahre finanzielle Unterstützung geleistet.»
Obwohl man mittlerweile keinen direkten Bezug zur Eisenbahn und SBB mehr habe, sei die Verbindung zu den Schwestervereinen in Basel, Bern, Biel, Brig, Erstfeld, Luzern, Olten und Sargans nach wie vor bestens, denn teile man eine gemeinsame Leidenschaft fürs Fotografieren. Und diese sei auch die einzige Voraussetzung, um teil des Vereins zu sein, erklärt Heinz Böni: «Wir sind ein enthusiastisches Team von Hobbyfotografen in der Region Romanshorn mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Erfahrungen. Der Austausch und das gegenseitige Lernen und Weiterentwickeln stehen im Zentrum.»
Da der Verein wie viele andere Vereine das Problem habe, dass er in den letzten Jahren wenig Zuwachs hatte und dadurch das Durchschnittsalter seiner Mitglieder stetig gewachsen sei, habe man sich entschlossen, diesem Trend entgegenzuwirken: «Der Name 'Club' hat etwas Exklusives an sich. Und da unsere Gruppe allen offensteht und wir gerne auch jüngere Fotografie-Interessierte ansprechen wollen, sind wir seit der Jahresversammlung im Februar neu das 'Fototeam Romanshorn'.»
Dass der Verein nichts Exklusives an sich hat, zeigt sich auch daran, dass man ausser dem zweiten Freitag im Monat keine fixen Termine hat. Gelegentlich würden sich einige der 20 Mitglieder zu einen gemeinsamen Spaziergang mit Kamera am See entlang treffen und es gebe auch immer wieder einmal einen Ausflug, doch Verpflichtendes gebe es für Vereinsmitglieder weniges, meint Heinz Böni: «Bei uns darf man darum gerne auch einmal unverbindlich reinschauen. Wir haben die Hoffnung und den Wunsch, dass wir im Jubiläumsjahr einige neue Mitglieder willkommen heissen dürfen.» Wer Interesse habe, könne sich auf der Webseite informieren und sich dann bei ihm melden.
Ein vielfältiges Hobby
Wer sich etwas mit dem Thema Fotografie auseinandersetzt, der merkt schnell, dass es unglaublich viele verschiedene Sparten gibt. Von der Naturfotografie über die Sportfotografie bis hin zur Makrofotografie reichen die Themen, die von Millionen von Enthusiasten weltweit verfolgt werden. Die Faszination des Hobbys liegt für Heinz Böni aber vor allem darin, dass eine Fotografie die Zeit stillstehen lässt: «Für mich geht es um das Festhalten von Momenten, die mich berühren. Darum mache ich immer dann Fotos, wenn mich etwas anspricht.»
Im Moment sind es die «Effektstudiofotografie» und die «Nachtfotografie mit Stativ», die ihn ansprechen. Er sei jedoch kein Fotograf, der ständig eine Kamera dabei habe, denn für ihn sei Fotografieren ein «Zeitfenster-Hobby»: «Ich brauche eine gewisse Muse, um zu fotografieren. Darum geht dem Fotografieren bei mir oft eine bewusste Entscheidung voraus, um die nötige Zeit und Geduld aufzubringen.»
Doch es ist vor allem die soziale Komponente des Fotografierens, die ihn so sehr am Fototeam Romanshorn reize: «In der Gruppe kann man viel lernen und findet immer wieder neue Inspiration. Denn jeder sieht besuchte Orte mit anderen Augen und nimmt andere Ausschnitte daraus wahr.» So finde man immer wieder neue Ideen für Projekte, Herangehensweisen, Perspektiven oder Bildbearbeitungen. Und nebst dem Lernen von Neuem könne man das Ganze im Fototeam Romanshorn tun während man in den Genuss von Geselligkeit komme, sagt Heinz Böni: «Es ist wie beim Fussballspielen, Velofahren oder Bergsteigen: Obwohl man es alleine machen kann, macht es doch immer mehr Freude in einer Gruppe.»
www.fototeam-romanshorn.ch
Von David A. Giger